Eine Landschaft, die Geschichte erzählt.
Und Menschen, die ihre Zukunft gestalten.
Es gibt Landschaften, in denen die Geschichte auf besondere Weise gegenwärtig ist. In Odernheim am Glan, wo die beiden Flüsse Glan und Nahe zusammenfinden, liegen die Weinberge von Haus Wesenbach. Eine Kulturlandschaft, deren Geschichte weit über die des Weinbaus hinausreicht und die seit nahezu zwei Jahrtausenden von Menschen geprägt wird.
Auf der Anhöhe zwischen den beiden Flüssen erhebt sich der Disibodenberg. Hier entstand im 12. Jahrhundert eine bedeutende Klosteranlage, in der Hildegard von Bingen rund vier Jahrzehnte ihres Lebens verbrachte. Eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des Mittelalters, Universalgelehrte, Mystikerin und Visionärin. Hier verfasste sie ihr berühmtes Werk Scivias – „Wisse die Wege“. Ein Gedanke, der über die Jahrhunderte nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
Am Fuße des Disibodenbergs bewirtschaften wir Weinberge, in denen heute Riesling und ein Gemischter Satz aus historischen Rebsorten wachsen. Reben auf geschichtsträchtigem Boden, eingebettet in eine Landschaft, die seit Jahrhunderten von der engen Verbindung zwischen Mensch und Natur erzählt.
Wie weit diese Verbindung tatsächlich zurückreicht, zeigt ein außergewöhnlicher archäologischer Fund in Odernheim: die Überreste einer römischen Weinkelter aus dem dritten Jahrhundert nach Christus. Sie belegen, dass der Weinbau an der Nahe bereits in der Römerzeit eine wichtige Bedeutung besaß. Die Dimensionen der damaligen Weinproduktion lassen vermuten, dass hier auch für den Handel über die Region hinaus gekeltert wurde.
Nur etwa 300 Meter Luftlinie von dieser Fundstelle entfernt liegen weitere Weinberge von Haus Wesenbach. Hier wachsen heute Grauburgunder, Gewürztraminer und Pinot Noir. Sie gehören zu einer Landschaft, deren weinbauliche Tradition bis in die römische Antike zurückreicht.
1.800 Jahre Weinbaugeschichte. Und eine Verantwortung, die ganz in unserer Gegenwart liegt.
Denn eine gewachsene Kulturlandschaft bewahrt weit mehr als ihre landwirtschaftliche Nutzung. Sie ist ein lebendiges Zeugnis unserer Geschichte, ein Stück kultureller Identität und ein wertvoller Lebensraum.
Gerade in Zeiten des Klimawandels und sich verändernder Trinkgewohnheiten stellt sich deshalb die Frage, welchen Wert wir diesen Landschaften beimessen. Und was wir bereit sind, für ihren Fortbestand zu tun.
Für die Menschen von Haus Wesenbach ist die Antwort klar: Sie engagieren sich gemeinsam dafür, diese besonderen Weinberge zu erhalten, ihre Bewirtschaftung zu ermöglichen und ihre Zukunft zu sichern.
Ganz im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens von Friedrich Wilhelm Raiffeisen:
„Was eine/r nicht alleine kann,
das packen wir gemeinsam an.“
So verbindet Haus Wesenbach die Freude am Wein mit dem Engagement für eine Landschaft, deren Geschichte uns bereichert und deren Zukunft wir gemeinsam gestalten können. Denn wer die Geschichte einer Landschaft kennt, versteht auch, warum es sich lohnt, sie zu bewahren.
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